Urteils-Datenbank · Stand 05.10.2026

Wenn Gerichte Meta widersprechen: Urteile zu Instagram-Sperren.

Die Entscheidungen deutscher Gerichte zu gesperrten Instagram-Konten und zu Sperren durch Meta – mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und Quelle, damit du jede Angabe selbst prüfen kannst. Nur verifizierte Entscheidungen, und ausdrücklich auch die Fälle, in denen Betroffene verloren haben.

2021
BGH gegen Facebook, heute Meta: Information und Anhörung vor der Sperre (III ZR 179/20)
8
Eilentscheidungen zur Wiederherstellung von Instagram-Konten in dieser Datenbank (2020–2026)
6–30 T€
typische Streitwerte in Instagram-Eilverfahren, meist 7.500–20.000 €
1 Monat
typisches Dringlichkeitsfenster ab Kenntnis der Sperre (OLG Köln 15 W 70/18)
Kurz beantwortet
  • Ja, Gerichte geben Instagram-Nutzern recht. Deutsche Gerichte haben Meta seit 2020 wiederholt verpflichtet, gesperrte Instagram-Konten wiederherzustellen – meist im Eilverfahren, teils ohne mündliche Verhandlung.
  • Die Grundlage ist das BGH-Urteil vom 29.07.2021 gegen Facebook (heute Meta): Vor einer Sperre muss die Plattform grundsätzlich informieren, begründen und anhören. Meta hat das in Nr. 6 der Instagram-Nutzungsbedingungen übernommen.
  • Das größte Risiko für Creator, Influencer und Shops ist der Gerichtsstand: Bei gewerblicher Nutzung verweisen die Bedingungen nach Irland, und die Oberlandesgerichte urteilen uneinheitlich.
  • Tempo entscheidet: Wer länger als rund einen Monat wartet, verliert bei vielen Gerichten den Weg ins Eilverfahren.
Zeitstrahl

Wie sich die Rechtsprechung zu Instagram-Sperren entwickelt hat.

2020Erste Eilverfügungen

LG Dortmund und LG München II verpflichten die damalige Facebook Ireland Limited, Instagram-Profile wiederherzustellen.

2021BGH-Grundsatzurteil

Gegen Facebook: Ohne vorherige Information, Begründung und Gegenäußerung keine Sperre.

2022–23Verhältnismäßigkeit

LG Duisburg: keine Dauersperre beim ersten Verstoß. LG Magdeburg: Reichweite nicht ohne sachlichen Grund einschränken.

2024DSA & OLG Köln

Der DSA gilt seit 17.02.2024 vollständig. Das OLG Köln schaltet ein Geschäftskonto vorläufig frei.

2025Kartellrecht – und Gegenwind

OLG Düsseldorf und LG Berlin II: Sperre ohne Anhörung als Marktmachtmissbrauch. OLG Nürnberg: gewerbliche Influencerin muss nach Irland.

2026Streit um den Gerichtsstand

KG: Irland-Klausel kann missbräuchlich sein. OLG Hamburg hält sie für wirksam. OLG Frankfurt untersagt eine Deaktivierung (laut Kanzleibericht).

Instagram

Entscheidungen zu Instagram-Konten.

Diese Verfahren betreffen Instagram direkt. Gegnerin war Meta Platforms Ireland Limited, in älteren Fällen noch „Facebook Ireland Limited“. Die meisten sind einstweilige Verfügungen: vorläufig, aber sofort wirksam. Wie ein solches Verfahren abläuft, erklärt der Ratgeber zur einstweiligen Verfügung gegen Instagram.

LG Berlin II · 28.07.2025Konto wiederherzustellen

Sperre ohne Anhörung: Meta muss Influencer-Konto wiederherstellen

Meta hatte das gewerblich genutzte Konto eines Influencers nach Urheberrechtsmeldungen Dritter ohne vorherige Anhörung deaktiviert; der Einspruch wurde binnen Minuten abgelehnt. Das Gericht sah darin einen möglichen Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung und bejahte die Zuständigkeit deutscher Gerichte trotz der Irland-Klausel in den Nutzungsbedingungen. Einstweilige Verfügung durch Urteil, Streitwert 10.000 €. Rechtskräftig, nachdem Meta die Berufung zurücknahm; das Kammergericht hatte zuvor allerdings Zweifel in der Sache geäußert.

Instagram · Az. 61 O 99/25 Kart eV
OLG Köln · 03.09.2024Sperre vorläufig aufzuheben

Geschäftskonto gesperrt, kein Grund genannt – vorläufig freizuschalten

Das Konto eines Innendesign-Unternehmens war gesperrt worden, laut Kanzleibericht nach einem Hack. Meta nannte trotz mehrerer Aufforderungen keinen Grund. Das OLG hob die ablehnende Entscheidung des LG Köln auf und verpflichtete Meta im Eilverfahren, die Sperre bis zur Hauptsache aufzuheben: Dem Unternehmen drohten erhebliche wirtschaftliche Nachteile, und es hatte innerhalb eines Monats gehandelt. Streitwert 10.000 €.

Instagram (im Volltext anonymisiert) · Az. 15 W 85/24
LG Duisburg · 10.06.2022Profil wiederherzustellen

Erster Verstoß rechtfertigt keine dauerhafte Sperre

Ein privat geführtes Konto mit rund 207.000 Followern wurde nach einem einzelnen Regelverstoß dauerhaft deaktiviert. Das Gericht hielt das für unverhältnismäßig: Allenfalls die Löschung der Beiträge und eine befristete Sperre wären zulässig gewesen, und Meta hätte vorher anhören müssen. Eilbedürftig auch ohne Einnahmen, weil die über Jahre aufgebaute Reichweite verloren zu gehen drohte. Wiederherstellung bis zur Hauptsache im Eilverfahren, Streitwert 20.000 €.

Instagram · Az. 10 O 104/22
LG Magdeburg · 31.05.2023Reichweitenbeschränkung zu unterlassen (teilweise)

„Shadowban“: Reichweite nicht ohne sachlichen Grund einschränken

Instagram hatte das Konto einer Nutzerin aus den Empfehlungen genommen, weil Beiträge „möglicherweise“ gegen Richtlinien verstießen. Das Landgericht verurteilte Meta im Hauptsacheverfahren, diese konkrete Art der Reichweitenbeschränkung zu unterlassen; weitergehende Anträge wies es ab (Kosten 60 % Klägerin, 40 % Meta). Erstinstanzliche Entscheidung, Volltext von der Kanzlei der Klägerin veröffentlicht.

Instagram · Az. 2 O 344/22
OLG Frankfurt a. M. (Kartellsenat) · 14.07.2026Deaktivierung untersagt (laut Kanzleibericht)

Wechselnde Begründungen, keine konkreten Gründe – Deaktivierung untersagt

Laut Bericht der Kanzlei der Antragstellerin: Eine Influencerin mit deutschsprachigem Publikum und Wohnsitz in Zypern verlor ihr Konto ohne Vorwarnung, Meta begründete die Sperre abstrakt und wechselnd. Das OLG untersagte im Eilverfahren die weitere Deaktivierung und bejahte die deutsche Zuständigkeit, weil das Publikum in Deutschland erreicht wird; schon relative Marktmacht genüge. Das Landgericht hatte den Antrag zuvor als unzulässig abgewiesen.

Instagram · Az. 11 W 12/26 (Kart)
LG München I · 16.11.2022Profil wiederherzustellen

Geschäftlich genutztes Profil per Eilbeschluss wiederherzustellen

Ein geschäftlich genutztes Instagram-Profil war gesperrt und deaktiviert worden. Das Landgericht verpflichtete Meta ohne mündliche Verhandlung, das Profil wiederherzustellen und die Nutzung wieder zu ermöglichen. Streitwert 30.000 €. Der Beschluss wurde von der Kanzlei des Antragstellers veröffentlicht.

Instagram · Az. 21 O 11335/22
LG Dresden · 13.03.2023Konto wiederherzustellen

Deaktivierung ohne vorherige Anhörung grundsätzlich unzulässig

Meta hatte ein Konto ohne Vorwarnung dauerhaft deaktiviert und nur per Fehlermeldung auf einen Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen verwiesen. Das Gericht verpflichtete Meta im Eilverfahren zur Wiederherstellung: Ein Verstoß war nicht ersichtlich, und eine Deaktivierung ohne vorherige Anhörung ist nach der BGH-Rechtsprechung grundsätzlich unzulässig. Zudem wies es darauf hin, dass Meta die Annahme deutschsprachiger Schriftstücke voraussichtlich nicht verweigern darf. Streitwert 6.000 €.

Instagram · Az. EV 3 O 494/23
LG München II · 16.12.2020Profil wiederherzustellen

Kein Sperrgrund genannt – Deaktivierung darf nicht aufrechterhalten werden

Ein Instagram-Profil war ohne erkennbaren Grund deaktiviert worden, eine Begründung blieb trotz Aufforderung aus. Das Gericht untersagte im Eilverfahren, die Deaktivierung aufrechtzuerhalten, und drohte ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 € an. Streitwert 7.500 €.

Instagram · Az. 11 O 5166/20
LG Dortmund · 15.12.2020Profil wiederherzustellen

Eilverfügung: Profil wiederherstellen und Nutzung ermöglichen

Das Gericht verpflichtete die damalige Facebook Ireland Limited im Eilverfahren, ein Instagram-Profil wiederherzustellen und der Nutzerin die Nutzung wieder zu ermöglichen; Anspruch aus dem Nutzungsvertrag. Laut Kanzleibericht war das Konto zuvor gehackt worden. Verfahrenswert 20.000 €.

Instagram · Az. 12 O 419/20
LG Frankfurt a. M. · 10.09.2026Fake-Account vollständig zu löschen

Fake-Profil: Deaktivieren reicht nicht, Meta muss löschen

Ein Unbekannter hatte sich auf Instagram als Familienunternehmen ausgegeben und herabsetzende Beiträge veröffentlicht. Das Gericht verurteilte Meta, den Fake-Account vollständig zu löschen und eine erneute Abrufbarkeit zu verhindern; eine bloße Deaktivierung beseitige die Wiederholungsgefahr nicht.

Instagram (Fake-Account) · Az. 2-03 O 385/25
Meta & Facebook

Übertragbare Entscheidungen gegen Meta.

Facebook und Instagram werden in der EU vom selben Unternehmen betrieben. Was Gerichte zu Facebook-Konten und -Seiten entschieden haben, lässt sich deshalb in der Regel auf Instagram übertragen – besonders beim Kartellrecht und bei den AGB.

OLG Düsseldorf (Kartellsenat) · 02.04.2025Sperre ohne Anhörung unzulässig

Kartellrecht: Meta darf nicht ohne Begründung und Anhörung sperren

Meta hatte die Facebook-Seite eines gemeinnützigen Kulturvereins ohne Vorwarnung, Begründung oder Widerspruchsmöglichkeit gesperrt. Das OLG bestätigte: Meta ist marktbeherrschend, und eine solche Sperre ist ein Missbrauch (§ 19 GWB). Meta muss künftige Sperren ohne vorherige oder unverzüglich nachträgliche Begründung und Anhörung unterlassen und die Anwaltskosten erstatten. Deutsche Gerichte sind zuständig; die Irland-Klausel erfasst solche Ansprüche nicht. Übertragbar auf Instagram, das vom selben Unternehmen betrieben wird.

Facebook (Meta) · Az. VI-U (Kart) 5/24
OLG München · 24.03.2026Konto vollständig wiederherzustellen

AGB ohne ausreichende Anhörung unwirksam – Konto wiederherzustellen

Nach Löschung mehrerer Beiträge war das Konto eines Nutzers deaktiviert worden. Das OLG änderte das klageabweisende Urteil des LG Landshut teilweise ab: Klauseln, die eine Deaktivierung ohne ausreichende Anhörung erlauben, sind unwirksam; das Konto ist vollständig wiederherzustellen. Eine AGB-Änderung vom Juli 2022 war mangels Zustimmung nicht Vertragsinhalt geworden.

Soziales Netzwerk (Meta, im Volltext geschwärzt) · Az. 18 U 3495/24 Pre e
LG Frankfurt a. M. · 16.09.2026Unterlassung und Schadensersatz

Meta haftet für Fake-Werbung mit fremder Identität

Betrüger hatten auf Instagram und Facebook mit fremder Identität für Anlagebetrug geworben. Das Landgericht verurteilte Meta zu Unterlassung und Schadensersatz; die Haftungsprivilegien für Hostingdienste schützten Meta hier nicht.

Instagram und Facebook (Fake-Werbung) · Az. 2-06 O 234/25
Hof van beroep Gent (Belgien) · 03.06.202427.279,03 € Schadensersatz

Shadowban als automatisierte Entscheidung nach der DSGVO

Laut Fallzusammenfassung der Columbia University: Meta hatte die Reichweite eines belgischen Politikers monatelang eingeschränkt. Das Berufungsgericht wertete den Shadowban als automatisierte Entscheidung nach Art. 22 DSGVO, sah ein menschliches Eingreifen nicht nachgewiesen und sprach Schadensersatz für Werbekosten und Rufschaden zu. Kein deutsches Urteil.

Facebook (Meta) · Az. 2022/AR/508
Grundsätze

Grundsatzentscheidungen zu Kontosperren.

Diese Urteile setzen die Maßstäbe, auf die sich Instagram-Gerichte stützen: Anhörung vor der Sperre, Abmahnung vor der dauerhaften Deaktivierung, Kontrolle unfairer Plattform-AGB.

BGH · 29.07.2021Nutzer gewinnen

Das Grundsatzurteil gegen Facebook: Ohne Information und Anhörung keine Sperre

Die Lösch- und Sperrklauseln von Facebook waren unwirksam (§ 307 BGB). Plattformen dürfen eigene Regeln aufstellen, müssen Nutzer aber über eine beabsichtigte Sperre grundsätzlich vorab informieren, den Grund nennen und eine Gegenäußerung mit neuer Entscheidung ermöglichen. Facebook gehört wie Instagram zu Meta; Instagram-Gerichte wenden das Urteil direkt an, und Meta hat diese Vorgaben in die Instagram-Nutzungsbedingungen übernommen.

Facebook (heute Meta) · Az. III ZR 179/20, III ZR 192/20
BGH · 27.01.2022Nutzer gewinnen

Klarnamenpflicht in alten Facebook-AGB unwirksam

Die Pflicht, den echten Namen zu verwenden, war in den Facebook-Nutzungsbedingungen von 2018 unwirksam. Ein unter Pseudonym geführtes Konto war freizuschalten.

Facebook (heute Meta) · Az. III ZR 3/21, III ZR 4/21
OLG Karlsruhe · 04.02.2022Nutzer gewinnt

Kündigung oder Sperre grundsätzlich erst nach Abmahnung

Eine Kündigung oder Sperre des Kontos ist grundsätzlich nur nach vorheriger Abmahnung zulässig.

Facebook · Az. 10 U 17/20
OLG Dresden · 08.03.2022Profil wiederherzustellen

Dauerhafte Deaktivierung nur nach vorheriger Abmahnung

Ein Nutzerkonto darf erst nach vorheriger Abmahnung dauerhaft deaktiviert werden, auch wenn zuvor schon Beiträge gelöscht wurden. Das Profil war einschließlich aller Verbindungen wiederherzustellen. Instagram-Gerichte stützen sich ausdrücklich auf diese Entscheidung.

Soziales Netzwerk · Az. 4 U 1050/21
Verfahren

Eilverfahren, Dringlichkeit und Zuständigkeit.

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KG Berlin (Kartellsenat) · 04.03.2026Hinweisbeschluss; Meta nahm Berufung zurück

Irland-Klausel kann Marktmachtmissbrauch sein – aber kein Freibrief

Im Berufungsverfahren zum Fall des LG Berlin II hielt das Kammergericht deutsche Gerichte für zuständig und die Klausel, nach der gewerbliche Nutzer nur in Irland klagen dürfen, für einen möglichen Missbrauch von Marktmacht. In der Sache äußerte es Zweifel, weil wohl Urheberrechtsverstöße vorlagen, und regte einen Vergleich mit einjähriger Bewährungsfrist an. Meta nahm die Berufung danach zurück.

Instagram · Az. U 2/25 Kart
OLG Köln · 09.05.2019Sperre zu unterlassen

Dringlichkeit: In der Regel schadet erst ein Zuwarten von mehr als einem Monat

Das OLG gab dem Eilantrag statt und stellte klar, dass in der Regel nur ein Zuwarten von mehr als einem Monat als dringlichkeitsschädlich angesehen werden kann, ausdrücklich auch bei einer Kontosperre.

Soziales Netzwerk · Az. 15 W 70/18
OLG Celle · 04.10.2024Nutzer gewinnt (Eilverfahren)

Eilverfahren zulässig, weil die Hauptsache zu spät käme

Der Verfügungsgrund wurde bejaht, weil eine Entscheidung in der Hauptsache wegen der Zustellung an Meta in Irland nicht rechtzeitig zu erreichen wäre.

Facebook · Az. 5 U 228/24
Ehrliches Gesamtbild

Wann Betroffene gegen Meta verloren haben.

Nicht jede Sperre ist vor deutschen Gerichten angreifbar. Diese Entscheidungen zeigen die zwei typischen Bruchstellen: den Gerichtsstand bei gewerblich genutzten Konten und die fehlende Eilbedürftigkeit bei rein privater Nutzung.

OLG Nürnberg · 19.08.2025Keine deutsche Zuständigkeit

Gewerbliche Influencerin muss in Irland klagen

Eine Influencerin mit rund 167.000 Followern wehrte sich gegen die Deaktivierung ihres Kontos. Das OLG verneinte die Zuständigkeit deutscher Gerichte: kein Verbrauchergerichtsstand bei gewerblicher Nutzung, kein Deliktsgerichtsstand bei einem Vertragsstreit; die Gerichtsstandsklausel zugunsten Irlands greife. Die Antragstellerin trug die Kosten, Streitwert 15.000 €.

Instagram (Influencerin, gewerblich) · Az. 3 W 1224/25 Kart
OLG Hamburg · 05.06.2026Keine deutsche Zuständigkeit

Irland-Klausel wirksam: kein Eilverfahren in Hamburg

Für die Entsperrung eines beruflich genutzten Instagram-Kontos verneinte das OLG die internationale Zuständigkeit deutscher Gerichte. Die Gerichtsstandsvereinbarung zugunsten Irlands erfasse auch kartellrechtlich begründete Ansprüche. Gegenposition zu OLG Düsseldorf und Kammergericht; eine höchstrichterliche Klärung steht aus.

Instagram (beruflich genutzt) · Az. 15 W 13/26 Kart
OLG Frankfurt a. M. · 06.05.2025Keine Verbrauchereigenschaft

Konto wirbt für den Beruf: kein Verbraucher-Gerichtsstand

Wer sein Konto in wesentlichem Umfang für die eigene berufliche Tätigkeit nutzt, ist für die Zuständigkeit nicht Verbraucher, auch wenn einzelne Beiträge privat sind. Werbeeinnahmen über die Plattform sind dafür nicht erforderlich.

Social-Media-Konto (laut RA Plutte Instagram) · Az. 16 U 127/24
OLG Frankfurt a. M. · 23.07.2025Keine deutsche Zuständigkeit

Wiederherstellung des Kontos: Gerichte in Irland zuständig

Für den Anspruch auf Wiederzugänglichmachung eines Social-Media-Kontos gegen die in Irland ansässige Betreiberin fehlte die internationale Zuständigkeit deutscher Gerichte.

Social-Media-Konto (laut RA Plutte Instagram) · Az. 16 U 9/25
OLG Frankfurt a. M. · 27.03.2023Eilantrag abgelehnt

Bei rein privater Nutzung kein Eilverfahren

Bei einem privat genutzten Konto sei das Abwarten der Hauptsache zumutbar. Das Gericht grenzte ausdrücklich ab: Es gehe nicht um den Verlust einer fünfstelligen Zahl von Followern.

Facebook (privat) · Az. 17 W 8/23
OLG Nürnberg · 07.10.2022Eilantrag abgelehnt

Eilverbot gegen Löschung nur bei konkreter Löschgefahr

Ein Nutzer wollte per Eilverfahren verhindern, dass sein deaktiviertes Konto endgültig gelöscht wird. Das OLG verlangte konkrete Anhaltspunkte, dass die Löschung tatsächlich bevorsteht; die Erklärung der Plattform, nicht löschen zu wollen, genügte zur Ablehnung. Streitwert 10.000 €.

Facebook · Az. 3 U 2178/22
Einordnung

Was die Entscheidungen für deinen Fall bedeuten.

Drei Fragen entscheiden fast jedes Verfahren gegen Meta: Auf welche Anspruchsgrundlage stützt sich der Antrag? Welches Gericht ist zuständig? Und ist die Sache eilig genug für eine einstweilige Verfügung?

Vertrag oder Kartellrecht?

Die klassische Grundlage ist der Nutzungsvertrag: Sperrt Meta ohne Anhörung oder ohne tragfähigen Grund, verletzt es seine Vertragspflichten, und das Konto ist wiederherzustellen (§§ 280, 241 Abs. 2, 249 BGB). Seit 2025 nutzen Gerichte zusätzlich das Kartellrecht: Meta sei marktbeherrschend, eine Sperre ohne Begründung und Anhörung könne ein Missbrauch dieser Stellung sein.

GrundlageWorauf es ankommtBeispiele
Vertrag (BGB, AGB-Kontrolle)Fehlende Anhörung, fehlender Grund, unverhältnismäßige DauersperreBGH III ZR 179/20 · LG Duisburg 10 O 104/22 · LG Dresden EV 3 O 494/23 · OLG München 18 U 3495/24 Pre e
Kartellrecht (§§ 19, 20 GWB, Art. 102 AEUV)Marktmacht von Meta, unbillige Behinderung; ausschließlich Landgerichte zuständig (§ 87 GWB)OLG Düsseldorf VI-U (Kart) 5/24 · LG Berlin II 61 O 99/25 Kart eV · OLG Frankfurt 11 W 12/26 (Kart)
DSA / DSGVOBegründungspflicht (Art. 17), nicht rein automatisierte Prüfung (Art. 20 DSA), Art. 22 DSGVOBisher nur Begleitargument: KG U 2/25 Kart
Wichtig zum Digital Services Act

Der DSA gibt dir starke Verfahrensrechte gegenüber Instagram – vor Gericht trägt er bisher aber nicht allein. Das Kammergericht hielt Verstöße gegen Art. 17 und Art. 20 Abs. 6 DSA vorläufig nicht für ausreichend, um die Kündigung eines Kontos unwirksam zu machen (U 2/25 Kart). Die Rechte aus dem DSA nutzt du deshalb vor allem in Einspruch, Beschwerde und außergerichtlicher Streitbeilegung – und als Beleg dafür, dass Meta seine Pflichten verletzt hat. Mehr dazu im Ratgeber Digital Services Act: Deine Rechte.

Welches Gericht ist zuständig?

Für private Nutzer ist die Antwort einfach: Wer Instagram als Verbraucher nutzt, kann nach Nr. 7.4 der Nutzungsbedingungen in seinem Wohnsitzland klagen, und es gilt dessen Recht. Für alle, die ihr Konto geschäftlich nutzen – Creator, Influencer, Shops, Selbstständige –, sehen die Bedingungen dagegen irische Gerichte und irisches Recht vor. Ob diese Klausel trägt, beurteilen die Oberlandesgerichte gegensätzlich.

FrageFür deutsche GerichteGegen deutsche Gerichte
Verbraucher oder Unternehmer?Privat genutzte Konten: Wohnsitzgericht (Nr. 7.4 der Bedingungen)OLG Frankfurt 16 U 127/24: Schon die Werbung für den eigenen Beruf kann die Verbrauchereigenschaft ausschließen
Kartellrechtlicher GerichtsstandOLG Düsseldorf VI-U (Kart) 5/24 · KG U 2/25 Kart · OLG Frankfurt 11 W 12/26 (Kart)OLG Nürnberg 3 W 1224/25 Kart · OLG Hamburg 15 W 13/26 Kart · OLG Frankfurt 16 U 9/25
Wirksamkeit der Irland-KlauselKG: möglicher Konditionenmissbrauch; LG Berlin II und OLG München: AGB-Änderung von Juli 2022 nicht wirksam einbezogenOLG Hamburg: Klausel wirksam und weit genug; OLG Nürnberg: erfasst auch Kartellansprüche
Mythos

„Gegen Meta kann man nur in Irland klagen.“

Fakt

Verbraucher klagen nach Metas eigenen Bedingungen im Wohnsitzland. Nur für gewerblich genutzte Konten ist der deutsche Gerichtsstand umstritten – mit Entscheidungen in beide Richtungen und ohne Klärung durch BGH oder EuGH (Stand 05.10.2026).

Ist die Sache eilig genug? Privat und gewerblich im Vergleich

Eine einstweilige Verfügung setzt einen Verfügungsgrund voraus: Das Abwarten des normalen Verfahrens muss unzumutbar sein. Je stärker ein Konto wirtschaftlich zählt oder je größer seine Reichweite ist, desto eher bejahen Gerichte das.

KonstellationEntscheidungErgebnis
Geschäftskonto, erhebliche wirtschaftliche NachteileOLG Köln 15 W 85/24Eilbedürftig
Gewerblicher Influencer, Einkommen hängt am KontoLG Berlin II 61 O 99/25 Kart eVEilbedürftig
Privates Konto, ca. 207.000 Follower, keine EinnahmenLG Duisburg 10 O 104/22Eilbedürftig
Hauptsache käme wegen Auslandszustellung zu spätOLG Celle 5 U 228/24 (Facebook)Eilbedürftig
Rein privates Facebook-Konto ohne nennenswerte ReichweiteOLG Frankfurt 17 W 8/23Nicht eilbedürftig
Nur Verbot der Löschung beantragt, keine konkrete LöschgefahrOLG Nürnberg 3 U 2178/22 (Facebook)Nicht eilbedürftig

Eine Instagram-Entscheidung, die die Eilbedürftigkeit bei einem kleinen privaten Konto verneint, haben wir nicht gefunden – die Linie des OLG Frankfurt zu Facebook dürfte aber übertragbar sein. Daraus folgt ein echter Zielkonflikt: Je gewerblicher ein Konto, desto leichter die Eilbedürftigkeit – aber desto unsicherer der deutsche Gerichtsstand. Welche Anspruchsgrundlage und welches Gericht in deinem Fall tragen, prüft eine Anwältin oder ein Anwalt.

Aus der Praxis

In nahezu allen dokumentierten Instagram-Verfahren ging dem Antrag ein Einspruch und/oder ein anwaltliches Schreiben an Meta mit Frist voraus; im Fall des OLG Köln ging die erste Freigabeaufforderung schon am Tag nach der Sperre an Meta. Diese Belege lagen dem Gericht vor. Welche Unterlagen eine Kanzlei braucht und wie du die Dringlichkeit wahrst, steht in Modul 6 des Freigabe-Blueprints. Ist dein Account dein Einkommen, übernehmen wir die Vorbereitung im Rahmen der Account-Rettung Komplett und übergeben die Akte an eine unabhängige Partnerkanzlei. Was ein Verfahren kosten kann, erklärt der Ratgeber Kosten & Rechtsschutz.

Übersicht

Alle Entscheidungen auf einen Blick.

Gericht, Datum, Aktenzeichen, Plattform und Ergebnis – mit Link zur jeweiligen Quelle.

Gericht / DatumAktenzeichenPlattformErgebnisKernaussage
LG Berlin II
28.07.2025
61 O 99/25 Kart eVInstagramKonto wiederherzustellenMeta hatte das gewerblich genutzte Konto eines Influencers nach Urheberrechtsmeldungen Dritter ohne vorherige Anhörung deaktiviert; der Einspruch wurde binnen Minuten abgelehnt. Das Gericht sah darin einen möglichen Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung und bejahte die Zuständigkeit deutscher Gerichte trotz der Irland-Klausel in den Nutzungsbedingungen. Einstweilige Verfügung durch Urteil, Streitwert 10.000 €. Rechtskräftig, nachdem Meta die Berufung zurücknahm; das Kammergericht hatte zuvor allerdings Zweifel in der Sache geäußert. Quelle
OLG Köln
03.09.2024
15 W 85/24Instagram (im Volltext anonymisiert)Sperre vorläufig aufzuhebenDas Konto eines Innendesign-Unternehmens war gesperrt worden, laut Kanzleibericht nach einem Hack. Meta nannte trotz mehrerer Aufforderungen keinen Grund. Das OLG hob die ablehnende Entscheidung des LG Köln auf und verpflichtete Meta im Eilverfahren, die Sperre bis zur Hauptsache aufzuheben: Dem Unternehmen drohten erhebliche wirtschaftliche Nachteile, und es hatte innerhalb eines Monats gehandelt. Streitwert 10.000 €. Quelle
LG Duisburg
10.06.2022
10 O 104/22InstagramProfil wiederherzustellenEin privat geführtes Konto mit rund 207.000 Followern wurde nach einem einzelnen Regelverstoß dauerhaft deaktiviert. Das Gericht hielt das für unverhältnismäßig: Allenfalls die Löschung der Beiträge und eine befristete Sperre wären zulässig gewesen, und Meta hätte vorher anhören müssen. Eilbedürftig auch ohne Einnahmen, weil die über Jahre aufgebaute Reichweite verloren zu gehen drohte. Wiederherstellung bis zur Hauptsache im Eilverfahren, Streitwert 20.000 €. Quelle
LG Magdeburg
31.05.2023
2 O 344/22InstagramReichweitenbeschränkung zu unterlassen (teilweise)Instagram hatte das Konto einer Nutzerin aus den Empfehlungen genommen, weil Beiträge „möglicherweise“ gegen Richtlinien verstießen. Das Landgericht verurteilte Meta im Hauptsacheverfahren, diese konkrete Art der Reichweitenbeschränkung zu unterlassen; weitergehende Anträge wies es ab (Kosten 60 % Klägerin, 40 % Meta). Erstinstanzliche Entscheidung, Volltext von der Kanzlei der Klägerin veröffentlicht. Quelle
OLG Frankfurt a. M. (Kartellsenat)
14.07.2026
11 W 12/26 (Kart)InstagramDeaktivierung untersagt (laut Kanzleibericht)Laut Bericht der Kanzlei der Antragstellerin: Eine Influencerin mit deutschsprachigem Publikum und Wohnsitz in Zypern verlor ihr Konto ohne Vorwarnung, Meta begründete die Sperre abstrakt und wechselnd. Das OLG untersagte im Eilverfahren die weitere Deaktivierung und bejahte die deutsche Zuständigkeit, weil das Publikum in Deutschland erreicht wird; schon relative Marktmacht genüge. Das Landgericht hatte den Antrag zuvor als unzulässig abgewiesen. Quelle
LG München I
16.11.2022
21 O 11335/22InstagramProfil wiederherzustellenEin geschäftlich genutztes Instagram-Profil war gesperrt und deaktiviert worden. Das Landgericht verpflichtete Meta ohne mündliche Verhandlung, das Profil wiederherzustellen und die Nutzung wieder zu ermöglichen. Streitwert 30.000 €. Der Beschluss wurde von der Kanzlei des Antragstellers veröffentlicht. Quelle
LG Dresden
13.03.2023
EV 3 O 494/23InstagramKonto wiederherzustellenMeta hatte ein Konto ohne Vorwarnung dauerhaft deaktiviert und nur per Fehlermeldung auf einen Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen verwiesen. Das Gericht verpflichtete Meta im Eilverfahren zur Wiederherstellung: Ein Verstoß war nicht ersichtlich, und eine Deaktivierung ohne vorherige Anhörung ist nach der BGH-Rechtsprechung grundsätzlich unzulässig. Zudem wies es darauf hin, dass Meta die Annahme deutschsprachiger Schriftstücke voraussichtlich nicht verweigern darf. Streitwert 6.000 €. Quelle
LG München II
16.12.2020
11 O 5166/20InstagramProfil wiederherzustellenEin Instagram-Profil war ohne erkennbaren Grund deaktiviert worden, eine Begründung blieb trotz Aufforderung aus. Das Gericht untersagte im Eilverfahren, die Deaktivierung aufrechtzuerhalten, und drohte ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 € an. Streitwert 7.500 €. Quelle
LG Dortmund
15.12.2020
12 O 419/20InstagramProfil wiederherzustellenDas Gericht verpflichtete die damalige Facebook Ireland Limited im Eilverfahren, ein Instagram-Profil wiederherzustellen und der Nutzerin die Nutzung wieder zu ermöglichen; Anspruch aus dem Nutzungsvertrag. Laut Kanzleibericht war das Konto zuvor gehackt worden. Verfahrenswert 20.000 €. Quelle
LG Frankfurt a. M.
10.09.2026
2-03 O 385/25Instagram (Fake-Account)Fake-Account vollständig zu löschenEin Unbekannter hatte sich auf Instagram als Familienunternehmen ausgegeben und herabsetzende Beiträge veröffentlicht. Das Gericht verurteilte Meta, den Fake-Account vollständig zu löschen und eine erneute Abrufbarkeit zu verhindern; eine bloße Deaktivierung beseitige die Wiederholungsgefahr nicht. Quelle
OLG Düsseldorf (Kartellsenat)
02.04.2025
VI-U (Kart) 5/24Facebook (Meta)Sperre ohne Anhörung unzulässigMeta hatte die Facebook-Seite eines gemeinnützigen Kulturvereins ohne Vorwarnung, Begründung oder Widerspruchsmöglichkeit gesperrt. Das OLG bestätigte: Meta ist marktbeherrschend, und eine solche Sperre ist ein Missbrauch (§ 19 GWB). Meta muss künftige Sperren ohne vorherige oder unverzüglich nachträgliche Begründung und Anhörung unterlassen und die Anwaltskosten erstatten. Deutsche Gerichte sind zuständig; die Irland-Klausel erfasst solche Ansprüche nicht. Übertragbar auf Instagram, das vom selben Unternehmen betrieben wird. Quelle
OLG München
24.03.2026
18 U 3495/24 Pre eSoziales Netzwerk (Meta, im Volltext geschwärzt)Konto vollständig wiederherzustellenNach Löschung mehrerer Beiträge war das Konto eines Nutzers deaktiviert worden. Das OLG änderte das klageabweisende Urteil des LG Landshut teilweise ab: Klauseln, die eine Deaktivierung ohne ausreichende Anhörung erlauben, sind unwirksam; das Konto ist vollständig wiederherzustellen. Eine AGB-Änderung vom Juli 2022 war mangels Zustimmung nicht Vertragsinhalt geworden. Quelle
LG Frankfurt a. M.
16.09.2026
2-06 O 234/25Instagram und Facebook (Fake-Werbung)Unterlassung und SchadensersatzBetrüger hatten auf Instagram und Facebook mit fremder Identität für Anlagebetrug geworben. Das Landgericht verurteilte Meta zu Unterlassung und Schadensersatz; die Haftungsprivilegien für Hostingdienste schützten Meta hier nicht. Quelle
Hof van beroep Gent (Belgien)
03.06.2024
2022/AR/508Facebook (Meta)27.279,03 € SchadensersatzLaut Fallzusammenfassung der Columbia University: Meta hatte die Reichweite eines belgischen Politikers monatelang eingeschränkt. Das Berufungsgericht wertete den Shadowban als automatisierte Entscheidung nach Art. 22 DSGVO, sah ein menschliches Eingreifen nicht nachgewiesen und sprach Schadensersatz für Werbekosten und Rufschaden zu. Kein deutsches Urteil. Quelle
BGH
29.07.2021
III ZR 179/20, III ZR 192/20Facebook (heute Meta)Nutzer gewinnenDie Lösch- und Sperrklauseln von Facebook waren unwirksam (§ 307 BGB). Plattformen dürfen eigene Regeln aufstellen, müssen Nutzer aber über eine beabsichtigte Sperre grundsätzlich vorab informieren, den Grund nennen und eine Gegenäußerung mit neuer Entscheidung ermöglichen. Facebook gehört wie Instagram zu Meta; Instagram-Gerichte wenden das Urteil direkt an, und Meta hat diese Vorgaben in die Instagram-Nutzungsbedingungen übernommen. Quelle
BGH
27.01.2022
III ZR 3/21, III ZR 4/21Facebook (heute Meta)Nutzer gewinnenDie Pflicht, den echten Namen zu verwenden, war in den Facebook-Nutzungsbedingungen von 2018 unwirksam. Ein unter Pseudonym geführtes Konto war freizuschalten. Quelle
OLG Karlsruhe
04.02.2022
10 U 17/20FacebookNutzer gewinntEine Kündigung oder Sperre des Kontos ist grundsätzlich nur nach vorheriger Abmahnung zulässig. Quelle
OLG Dresden
08.03.2022
4 U 1050/21Soziales NetzwerkProfil wiederherzustellenEin Nutzerkonto darf erst nach vorheriger Abmahnung dauerhaft deaktiviert werden, auch wenn zuvor schon Beiträge gelöscht wurden. Das Profil war einschließlich aller Verbindungen wiederherzustellen. Instagram-Gerichte stützen sich ausdrücklich auf diese Entscheidung. Quelle
KG Berlin (Kartellsenat)
04.03.2026
U 2/25 KartInstagramHinweisbeschluss; Meta nahm Berufung zurückIm Berufungsverfahren zum Fall des LG Berlin II hielt das Kammergericht deutsche Gerichte für zuständig und die Klausel, nach der gewerbliche Nutzer nur in Irland klagen dürfen, für einen möglichen Missbrauch von Marktmacht. In der Sache äußerte es Zweifel, weil wohl Urheberrechtsverstöße vorlagen, und regte einen Vergleich mit einjähriger Bewährungsfrist an. Meta nahm die Berufung danach zurück. Quelle
OLG Köln
09.05.2019
15 W 70/18Soziales NetzwerkSperre zu unterlassenDas OLG gab dem Eilantrag statt und stellte klar, dass in der Regel nur ein Zuwarten von mehr als einem Monat als dringlichkeitsschädlich angesehen werden kann, ausdrücklich auch bei einer Kontosperre. Quelle
OLG Celle
04.10.2024
5 U 228/24FacebookNutzer gewinnt (Eilverfahren)Der Verfügungsgrund wurde bejaht, weil eine Entscheidung in der Hauptsache wegen der Zustellung an Meta in Irland nicht rechtzeitig zu erreichen wäre. Quelle
OLG Nürnberg
19.08.2025
3 W 1224/25 KartInstagram (Influencerin, gewerblich)Keine deutsche ZuständigkeitEine Influencerin mit rund 167.000 Followern wehrte sich gegen die Deaktivierung ihres Kontos. Das OLG verneinte die Zuständigkeit deutscher Gerichte: kein Verbrauchergerichtsstand bei gewerblicher Nutzung, kein Deliktsgerichtsstand bei einem Vertragsstreit; die Gerichtsstandsklausel zugunsten Irlands greife. Die Antragstellerin trug die Kosten, Streitwert 15.000 €. Quelle
OLG Hamburg
05.06.2026
15 W 13/26 KartInstagram (beruflich genutzt)Keine deutsche ZuständigkeitFür die Entsperrung eines beruflich genutzten Instagram-Kontos verneinte das OLG die internationale Zuständigkeit deutscher Gerichte. Die Gerichtsstandsvereinbarung zugunsten Irlands erfasse auch kartellrechtlich begründete Ansprüche. Gegenposition zu OLG Düsseldorf und Kammergericht; eine höchstrichterliche Klärung steht aus. Quelle
OLG Frankfurt a. M.
06.05.2025
16 U 127/24Social-Media-Konto (laut RA Plutte Instagram)Keine VerbrauchereigenschaftWer sein Konto in wesentlichem Umfang für die eigene berufliche Tätigkeit nutzt, ist für die Zuständigkeit nicht Verbraucher, auch wenn einzelne Beiträge privat sind. Werbeeinnahmen über die Plattform sind dafür nicht erforderlich. Quelle
OLG Frankfurt a. M.
23.07.2025
16 U 9/25Social-Media-Konto (laut RA Plutte Instagram)Keine deutsche ZuständigkeitFür den Anspruch auf Wiederzugänglichmachung eines Social-Media-Kontos gegen die in Irland ansässige Betreiberin fehlte die internationale Zuständigkeit deutscher Gerichte. Quelle
OLG Frankfurt a. M.
27.03.2023
17 W 8/23Facebook (privat)Eilantrag abgelehntBei einem privat genutzten Konto sei das Abwarten der Hauptsache zumutbar. Das Gericht grenzte ausdrücklich ab: Es gehe nicht um den Verlust einer fünfstelligen Zahl von Followern. Quelle
OLG Nürnberg
07.10.2022
3 U 2178/22FacebookEilantrag abgelehntEin Nutzer wollte per Eilverfahren verhindern, dass sein deaktiviertes Konto endgültig gelöscht wird. Das OLG verlangte konkrete Anhaltspunkte, dass die Löschung tatsächlich bevorsteht; die Erklärung der Plattform, nicht löschen zu wollen, genügte zur Ablehnung. Streitwert 10.000 €. Quelle

Zusammenfassungen in eigenen Worten, ohne Gewähr. Eilentscheidungen sind vorläufig. Plattformen werden in Urteilen teils anonymisiert; die Zuordnung folgt den verlinkten Quellen. Diese Übersicht ersetzt keine anwaltliche Prüfung deines Falls.

Methodik

Wie wir die Entscheidungen prüfen.

In die Urteils-Datenbank von Sperrfall.de kommt nur, was sich an einer belastbaren Quelle überprüfen lässt. Stand der Recherche: 05.10.2026. Neue Entscheidungen nehmen wir auf, sobald sie verifiziert sind.

Gerichte schwärzen die Namen der Plattformen häufig. In mehreren Volltexten steht „I.“ für Instagram, beim OLG Köln ist die Plattform als „R.-Account“ anonymisiert. Wo die Zuordnung zu Instagram nur aus dem Bericht einer Kanzlei stammt, sagen wir das dazu.

Wie wir allgemein recherchieren, steht unter Redaktion & Methodik. Für die Einordnung im Ratgeber-Format: Urteile zu Instagram-Sperren erklärt und So liefen echte Gerichtsverfahren.

  • Verifiziert heißt: geprüft an einer amtlichen Datenbank (z. B. NRWE, Bayern.Recht, VIS Berlin), einem Eintrag mit Normen und Fundstelle, einer Fachzeitschrift oder dem eingesehenen Volltext – auch wenn eine Kanzlei ihn veröffentlicht hat.
  • „Laut Kanzleibericht“ kennzeichnet Inhalte, die nur von einer beteiligten Kanzlei berichtet werden (z. B. OLG Frankfurt 11 W 12/26 (Kart)).
  • Datumsangaben folgen der Entscheidung selbst, nicht dem Kanzleibericht – Abweichungen haben wir korrigiert.
  • Fälle, die nur in Kanzleiartikeln ohne prüfbares Aktenzeichen auftauchen, nehmen wir nicht auf.
  • Zu Video-Selfie und Ausweisprüfung, zur Haftung Metas bei gehackten Konten und zu gesperrten Werbekonten haben wir keine verifizierbare deutsche Entscheidung gefunden.
  • Für Österreich ergab die Suche im RIS keine OGH- oder OLG-Entscheidung zu einer Kontosperre durch Meta; für die Schweiz fanden wir keine Entscheidung (mehr unter Österreich & Schweiz).
  • Vollständigkeit: Nicht alle Datenbanken waren durchsuchbar. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Und unser eigener Fall?

Zusätzlich zu diesen veröffentlichten Entscheidungen erließ ein deutsches Landgericht 2025 im eigenen Verfahren unseres Gründers eine einstweilige Verfügung gegen die Sperre seines journalistischen Creator-Accounts – 13 Tage nach der Sperre, ohne mündliche Verhandlung, Kosten zulasten der Plattform. Wichtig: Das war ein YouTube-Kanal, kein Instagram-Konto. Zum anonymisierten Fall und zu den Erfolgen anderer Betroffener.

Fragen

Häufige Fragen zur Rechtsprechung.

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Gibt es Urteile, in denen Meta ein Instagram-Konto wiederherstellen musste?

Ja. Mehrere Land- und Oberlandesgerichte haben Meta im Eilverfahren verpflichtet, gesperrte Instagram-Konten wiederherzustellen, etwa das LG München II (11 O 5166/20), das LG Duisburg (10 O 104/22), das OLG Köln (15 W 85/24) und das LG Berlin II (61 O 99/25 Kart eV, rechtskräftig). Die meisten dieser Entscheidungen sind einstweilige Verfügungen, also vorläufige Regelungen bis zur Hauptsache.

Gilt das BGH-Urteil gegen Facebook auch für Instagram?

In der Sache ja. Der BGH entschied am 29.07.2021 (III ZR 179/20, III ZR 192/20) gegen Facebook, das wie Instagram zu Meta gehört: Vor einer Kontosperre muss die Plattform grundsätzlich informieren, den Grund nennen und eine Gegenäußerung ermöglichen. Instagram-Gerichte wie das LG Duisburg und das LG Dresden stützen sich ausdrücklich darauf, und Meta hat diese Vorgaben in Nr. 6 der Instagram-Nutzungsbedingungen übernommen.

Kann ich als Influencer oder Unternehmen in Deutschland gegen Meta vorgehen?

Das ist derzeit umstritten. Die Instagram-Nutzungsbedingungen verweisen gewerbliche Nutzer an irische Gerichte; das OLG Nürnberg (3 W 1224/25 Kart) und das OLG Hamburg (15 W 13/26 Kart) haben deshalb die deutsche Zuständigkeit verneint. Das Kammergericht (U 2/25 Kart) und – laut Kanzleibericht – das OLG Frankfurt (11 W 12/26 (Kart)) haben sie über das Kartellrecht bejaht; eine Klärung durch BGH oder EuGH steht aus.

Bekomme ich bei einem privaten Instagram-Konto eine einstweilige Verfügung?

Möglich, aber schwieriger. Das LG Duisburg (10 O 104/22) bejahte die Eilbedürftigkeit für ein privates Konto mit rund 207.000 Followern, weil die aufgebaute Reichweite verloren zu gehen drohte. Für ein rein privates Facebook-Konto ohne nennenswerte Reichweite lehnte das OLG Frankfurt (17 W 8/23) das Eilverfahren dagegen ab – dann bleiben vor allem Einspruch, DSA-Beschwerde und Streitbeilegung.

Wie schnell muss man nach einer Instagram-Sperre zu Gericht?

Für eine einstweilige Verfügung muss die Sache dringlich sein. Das OLG Köln (15 W 70/18) sieht in der Regel erst ein Zuwarten von mehr als einem Monat als dringlichkeitsschädlich an, ausdrücklich auch bei Kontosperren. Im Instagram-Fall OLG Köln 15 W 85/24 forderte das Unternehmen Meta schon am Tag nach der Sperre zur Freigabe auf und stellte den Antrag binnen eines Monats.

Haben Betroffene auch schon gegen Meta verloren?

Ja, und das gehört zur ehrlichen Einordnung. Verloren wurde vor allem wegen des Gerichtsstands bei gewerblich genutzten Konten (OLG Nürnberg, OLG Hamburg, OLG Frankfurt 16 U 9/25 und 16 U 127/24) und wegen fehlender Eilbedürftigkeit bei rein privater Nutzung (OLG Frankfurt 17 W 8/23). Im Fall des LG Berlin II äußerte das Kammergericht außerdem Zweifel in der Sache, auch wenn das Urteil rechtskräftig wurde.

Hilft der Digital Services Act vor Gericht?

Als Argument ja, als alleinige Grundlage bisher kaum. Art. 17 DSA verlangt eine klare und spezifische Begründung, Art. 20 DSA eine nicht rein automatisierte Prüfung von Beschwerden. Das Kammergericht (U 2/25 Kart) hielt Verstöße dagegen aber vorläufig nicht für ausreichend, um die Kündigung des Kontos unwirksam zu machen; tragend sind vor Gericht meist Vertrags- oder Kartellrecht.

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